136 : Bildungsqualität: Eine verdächtig selbstverständliche Forderung
Klappentext
Klappentext
Das vorliegende schulheft thematisiert zum einen die Frage, welche gesellschaftlichen Entwicklungen der Forderung nach mehr Qualität im Bildungsbereich in den letzten Jahren eine derartige Bedeutung verschafft haben und von welchen Interessen der Qualitätsdiskurs im Bildungsbereich vorangetrieben wird. Zum anderen wird versucht, die gesellschaftlichen Metaziele aufzudecken, die durch diverse Qualitätssicherungsmaßnahmen, wie Bildungsstandards, Qualifikationsrahmen, Upgrade der Lehrer/innenausbildung, neuen Qualifikationsforderungen für Trainer/innen in der Erwachsenenbildung und ähnlichem, sowie durch verschiedene Bildungsvergleichsuntersuchungen, wie PISA oder TIMMS, erreicht werden sollen.
Inhalt
Inhalt
Schulwirklichkeit - ein Blick auf Österreich
Irmgard Bernhard, Andreas Chvatal
Chronik eines angekündigten Bildungssterbens oder: Vom Wandel der Bildung als ein Menschenrecht zur Ausbildung von Humanressourcen für die Wirtschaft
Werner Bauer-Wolf
Die Situation der Pflichtschule am Beispiel Niederösterreich
Uwe Donath
VertragslehrerIn werden ist nicht schwer, aber, aber ...
Michael Rittberger
Es ist kalt geworden ...
Zur Entwicklung in den sonderpädagogischen Zentren und der Integration
Helmut Breit
Kooperative Mittelschule - KMS
Ein fauler Kompromiss?
Karl Fischbacher
Polytechnische Schule - gute pädagogische Konzeption im Schulorganisationskorsett des Biedermeiers
Reinhart Sellner
An der Kippe
LehrerInnenarbeit an österreichischen AHS
Ilse Rollett
Über die Veränderungsresistenz.
Eine kleine Polemik
Reinhart Sellner
Schule auf den Markt geworfen ...
Ein österreichisches Rollenspiel
Schulwirklichkeit - ein Blick über die Grenzen
Horst Bethge
Privat ist Profit, nicht geil!
Thesen zur Positionsbildung in der Privatisierungsdiskussion speziell im Bildungsbereich
Marianne Demmer
Bildungssstandards. Selektion perfektionieren oder überwinden?
Eckhard Klieme
Bildungsgerechtigkeit zu fördern, ist ein wesentliches Ziel
Ein Interview über Bildungsstandards
Schulmöglichkeit - ein Blick in die Zukunft
Horner Erklärung der Österreichischen LehrerInnen-Initiative/Unabhängige GewerkschafterInnen im ÖGB - ÖLI-UG:
Bildung der Zukunft - Zukunft der Bildung
Heidi Schrodt, Christoph Chorherr, Bernhard Rathmayr
Bildungsmanifest
Vorwort
Vorwort
"Sei froh und unbekümmert, denn es könnte schlimmer kommen. Ich war froh und unbekümmert und tatsächlich: Es kam schlimmer!" Mit diesen Sätzen schließt Uwe Donath seinen Beitrag über die Lage der VertragslehrerInnen an Pflichtschulen. Diese Sätze beschreiben die derzeitige Entwicklung im österreichischen Schul- und Bildungswesen sehr treffend.
Die Lage an Österreichs Schulen hat sich durch die verschiedenen Maßnahmen und Verordnungen der Regierung für alle Betroffenen, SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen, in den letzten Jahren verschlechtert. Stundenkürzungen, weggesparte Dienstposten, gekürzte Schulbudgets und andere Maßnahmen bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die Qualität des Unterrichts. Der Unmut äußert sich häufig emotionell, in Resignation oder in bestem Fall in Einzelkämpfertum. Offensichtlich nimmt die Regierung die Demotivierung vieler engagierter LehrerInnen in Kauf. Wenn die Unterrichtsministerin von "Reformen" der letzten Jahre spricht, so ist darunter nichts anderes als die Einführung der Mangelwirtschaft im österreichischen Schulwesen zu verstehen. Die von ihr eingesetzte "Zukunftskommission" zeigt Mängel im Unterrichtswesen auf, die nicht geleugnet werden können, aber diese Mängel hat die öffentliche Schule einer Sparpolitik im Geiste des Neoliberalismus zu verdanken. Den Verbesserungsvorschlägen dieser Kommission ist mit großer Skepsis zu begegnen. Um LeserInnen eifernde popularistische "Schulserien" in den österreichischen Tageszeitungen verzerren in der uninformierten Öffentlichkeit das Bild von der Schule.
Die schulhefte sehen es daher als ihre Aufgabe an, durch einige Beiträge zur Situation über verschiedene Schulformen ein Bild der Schulwirklichkeit zu geben und betroffene Lehrer und Lehrerinnen zu Wort kommen zu lassen. Es geht nicht darum zu "jammern", wie das häufig den LehrerInnen vorgeworfen wird, sondern darum, in Solidarität mit den verschiedenen Schulen und innerhalb der LehrerInnenschaft den Widerstand gegen auf uns zukommende Maßnahmen zu stärken.
Diese vorliegenden Nummer ist als eine Bestandsaufnahme der Stimmung im österreichischen Schulwesen gedacht, mit Ausblicken auf eine mögliche bessere Zukunft. Die Redaktion ist sich der Aktualität und der "Wienlastigkeit" der Beiträge bewusst, aber trotz mehrfacher Bemühungen erhielten wir nur einen Beitrag aus Niederösterreich.
Nach diesen Beiträgen zum Bild der Schulwirklichkeit thematisiert das nächste schulheft die Ökonomisierung des Bildungswesens mit all seinen Auswirkungen.
AutorInnen
AutorInnen
Redaktion
Grete Anzengruber
Anton Hajek
AutorInnen
Werner Bauer-Wolf, Vizepräsident des Landesschulrates für Niederösterreich
Irmgard Bernhard, Sonderschullehrerin, ASO Schwechat
Horst Bethge, Pädagoge für den Frieden, Lehrervertreter in der GEW, Hamburg
Helmut Breit, Hauptschullehrer, KMS Kauergasse, Wien 15, apfl-Personalvertreter
Christoph Chorherr, Klubobmann der Wiener Grünen
Andreas Chvatal, Hauptschullehrer, Wien
Marianne Demmer, Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand der GEW, zuständig für den allgemeinen Schulbereich, Frankfurt am Main
Uwe Donath, Vertragslehrer an einer Polytechnischen Schule, Wien
Karl Fischbacher, Lehrer in einer Kooperationsklasse an der PTS 15, apfl-Personalvertreter, Wien
Eckhard Klieme, Professor am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), Frankfurt am Main
Bernhard Rathmayr, Professor für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck
Michael Rittberger, seit 1990 Integrationslehrer an einer Hauptschule, Wien, Studium der Erziehungswissenschaften
Ilse Rollett, AHS-Lehrerin, Wien
Reinhart Sellner, AHS-Lehrer, Vertreter der ÖLI-UG in der Bundessektionsleitung AHS der Gewerkschaft öffentlicher Dienst, Wien
Heidi Schrodt, Direktorin des BG+BRG Rahlgasse, Wien
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